Landwirtschaft ist sowieso ein Glücksspiel: Nie weiß man, wie die Ernte ausfällt. Trumps Handelskrieg hat das Überleben der Farmer weiter erschwert.
Taz, 22.5.2025
Die lange Schotterstraße zur Farm von Travis Dixon führt durch eine scheinbar endlose Mondlandschaft. Meile um Meile fährt man durch umgepflügte Äcker, die fruchtbare dunkle Erde des Bauernstaates Missouri im Mittleren Westen der USA wird für neues Saatgut vorbereitet. In ein paar Wochen werden hier mannshoch Weizen und Korn stehen und Sojapflanzen üppig über die langen Furchen durch die Felder wuchern.
Es ist gerade einmal acht Uhr früh, doch Dixon ist schon seit Stunden auf den Beinen. Seine Cowboystiefel und Jeans sind mit Dreck überzogen, und bevor der Mann mit dem dichten roten Bart dem Besucher die Hand schüttelt, wischt er sie sich rasch noch am Hemd ab. „Wir mussten das Saatgut raushauen, bevor der Regen kommt“, entschuldigt er sich und schaut besorgt in den dunklen Himmel, der schwer über seinem Land hängt.
Nach dem Mord an einer Frau gehen in Minneapolis immer mehr Menschen gegen Trump auf die Straße. Trotz der Angst vor der Gewalt der ICE-Beamten.
Taz, 12.1.2026
Es ist, 12 Uhr Mittag, High Noon vor dem Benjamin Henry Whipple Building, einem brutalistischen Betonkoloss am Stadtrand von Minneapolis und alles sieht nach einem Showdown aus. Auf der einen Straßenseite haben sich ein paar Dutzend Demonstranten versammelt, einige tragen Masken und Skibrillen und haben Schirme dabei, als Schutz vor Tränengas und Pfefferspray. Auf der anderen Seite haben sich zwei Dutzend Männer in Kampfanzügen in Formation aufgereiht. An ihren Hüften hängen locker Colts, in ihren kugelsicheren Westen stecken Munitionsmagazine und Sprühdosen. Einige tragen Helme mit Sichtschutz.
Von der afrikanischen Diaspora in Harlem
Frankfurter Rundschau: 21.08.2025
Fotos: Alex Trebus
Es ist Saturday Night in Harlem und die Straßen swingen, doch die Sounds am Adam Clayton Powell Boulevard sind andere als die, die Bill Withers im Ohr hatte, als er 1971 seine RnB Ode an Harlemer Nächte schrieb. Wenn der Türsteher Gäste in den Club ein- und auslässt tönen aus der schmalen Tür des „Shrine“ hell wie Glocken die Klänge eines westafrikanischen Balafons, Dazu singt Famoro Dioubate, der virtuose Spieler des traditionellen Instruments, Texte über die Liebe und das Leben in Bambara, einer Sprache, die auch der Mehrheit des jungen, überwiegend westafrikanischen, Publikums nur noch bruchstückhaft geläufig ist.
Das Leben in der Wüste von Arizona hängt am Colorado River, dessen Wasser versiegt. Um ihre Versorgung zu retten, müssen die Menschen dort ihre politische Spaltung überwinden. Schaffen sie das, in den USA von heute?
Republik, 22.07.2026
Sie wirkt abgekämpft, als sie am späten Freitagnachmittag den Schankraum der Village Tavern betritt: Solange Whitehead, Stadträtin von Scottsdale in Arizona, die rotblonden Haare zerzaust, die Gesichtszüge angespannt. «Ich brauche jetzt erst einmal einen Drink», sagt sie, bevor sie sich an der Theke niederlässt.
Andreas Waschburger ist Polizeibeamter und Extremschwimmer. In New York hat er jetzt einen ganz besonderen Rekord aufgestellt
Taz, 15.8.2026
23 Uhr in Manhattan, ein gewöhnlicher Dienstagabend in der Stadt, von der behauptet wird, sie schlafe nie. Die Wolkenkratzer des Finanzbezirks sind nur halb beleuchtet, selbst hier beginnt man Strom zu sparen. Der Hudson River an der Westseite der Insel ist umso schwärzer. Glasig und still wie ein See liegt er da, in der kurzen Pause zwischen Ebbe und Flut, der Fluss, der, wie die Ureinwohner schon bemerkten, in beide Richtungen fließt. „Muhheakantuck“ war das Lenape Wort dafür
Als Metropole der Einwanderer wurde New York einst zum sicheren Hafen für Europäer. Heute strömen Menschen aus Südamerika und Afrika in die Stadt – und überfordern sie
Focus 39/24
Deyvid (Nachname bleibt anonym) ist angespannt an diesem trüben Septembermorgen in Manhattan, er schaut unter sich und spricht mit gedämpfter, ängstlicher Stimme, als er am Einwanderungsgericht von New York eintrifft. Der junge Mann mit den tiefbraunen Augen hat sich ein gebügeltes Hemd und frische Jeans angezogen, der Nacken ist sauber ausrasiert. An seinem Rucksack stecken zwei Buttons – ein vierblättriges Kleeblatt und eines mit dem Schriftzug „Hope“.
Einmal im Monat treffen sich Holocaust-Überlebende im »Club 2600« in New York. Für ein paar Stunden sind sie dann nicht allein, denn mit dem Alter nehmen Einsamkeit und Depressionen zu
Jüdische Allgemeine, 5.5.2024
Tausende jüdische Familien genossen einst am Rande der Catskills nördlich von New York ihre Sommer. Nach Jahrzehnten des Verfalls wird die Region nun wiederentdeckt.
Jüdische Allgemeine, 29.9.2024
In Pennsylvania wird ein Großteil des deutschen Erdgases gewonnen. Dafür wird dort die Natur zerstört
Focus 34/2023
Foto: Larry Towell
Bewaffnete Milizen hatten unter Donald Trump ihre Hochzeit. Einige von ihnen wollen den Kampf gegen die Biden-Regierung fortsetzen. Focus war beim Training in den Wäldern Pennsylvanias dabei
Focus 19/2021